Archiv der Kategorie: Darf ich vorstellen?

Portraits von Persönlichkeiten der Urban Dance Szene

Keepondancin meets Voguing-Ikonen

Georgina aka Leo Melody hat es möglich gemacht: Ein Vogue Ball in Berlin! So schillernd sind Urban-Dance-Events selten, genauso wie die Gäste. Zum ersten Ball im Sommer 2012 nahmen King aus Ultra Omni und kein geringer als the Grandfather of the legendary House of Xtravaganza, Hector, die Einladung als Juroren an.

Wir haben die Chance genutzt, die beiden über ihre Entwicklung als Voguetänzer und die Szene auszufragen – und das Rohmaterial dann in der Schublade verschwinden lassen. WHAT A SHAME. Throw shade on us. Jetzt haben wir die Technik endlich bezwungen und tadaaa, hier ist pünktlich zum Tit Bit Ball morgen in Berlin UNSER ERSTES KEEPONDANCIN VIDEO INTERVIEW!!!!!

Watch it, like it, share this bitch!

Hector

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Darf ich vorstellen? …Hassan Akkouch

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Heute haben wir einen jungen Mann im Interview, der einiges zu erzählen hat. Die meisten kennen ihn sicherlich noch aus „Neukölln Unlimited“. Die Rede ist von dem jungen Berliner Hassan Akkouch. Wir haben die Gelegenheit gehabt mit ihm über seine tänzerische Laufbahn zu sprechen und über sein Leben in München als Schauspieler.

Stell dich doch erstmal vor für die Leute, die dich noch nicht kennen?

Mein Name ist Hassan Akkouch. Ich bin Tänzer (B-Boy) und Schauspieler. Ich bin 1988 im Libanon geboren worden und meine Eltern flüchteten 1990 mit meiner älteren Schwester und mir nach Deutschland. Ich habe eine große Familie und noch fünf weitere Geschwister. Alle machen etwas Künstlerisches. Meine kleinen Brüder Maradona und Mohamed tanzen auch und sind sehr aktiv.

Wie bist du zum Tanzen gekommen?

Schon in jungen Jahren habe ich mir Videoclips von Michael Jackson angeschaut. Ich war bzw. bin immer noch ein großer Fan von ihm, seinem Tanzstil und seiner Musik. Ich habe noch Videos von mir, wo ich mit neun Jahren versuche so wie MJ zu tanzen.

Aber was mich letztendlich zum Break- Dance bzw. Bboying gebracht hat, waren die Flying Steps mit Music Instructor. Ende 2000 hat mein alter Trainer Ivan Stevanovic von der SDC im Kinderclub „Sternschnupper“ und Jugendclub „Feuerwache“ angefangen, Breakdance Unterricht zu geben. Nachdem ich das erste Mal da war, habe ich nicht mehr aufgehört zu tanzen.

Was bedeutet tanzen für dich?

Auch wenn es langweilig oder nicht kreativ klingt: Tanzen ist etwas, wofür ich mich begeistere und was ich liebe.

Ich kann euch nicht mehr sagen, als dass ich es liebe im Tanz Bilder zu erfinden, die mehr beschreiben als ein ganzes Buch. Es ist schon sehr lange so, dass ich mich nicht mehr mit ganz einfachen Shows zufrieden gebe. Ich war immer auf der Suche nach mehr. Durch das Tanzen kann ich tiefgründigere Themen ansprechen und das ist das, was ich schon immer wollte. Ich will kein Tänzer sein, sondern ein Geschichtenerzähler. Tanzen ist nur zufälligerweise das Mittel zum Zweck. Wenn ich mehr malen oder zeichnen könnte als ein Strichmännchen, dann würde ich auch Bilder malen, die beispielsweise gesellschaftliche Probleme ansprechen.

Kannst du dich noch an dein erstes Battle/ Show erinnern?

Mein erster richtiger Auftritt war mit meiner ersten Gruppe „Blazin Breakers“ bei der Eröffnung des Forums Neukölln auf dem Dach der heutigen Neukölln Arkaden. Es war ein sehr heißer Sommer. Zu dem Zeitpunkt war ich 13 Jahre alt und Maradona war da gerade sieben Jahre. Detlef D! Soost hatte uns gebucht und DJ OGB sorgte an dem Tag für die Musik auf der riesigen Bühne. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, es gab Essen und Trinken für die Künstler. Wir stürzten uns auf die ganzen Vorräte und steckten uns bestimmt mehr als die Hälfte davon in unsere Taschen. Wenn man uns beobachtet hätte, hätte man gedacht, dass wir noch nie zuvor Essen gesehen hätten. Der Auftritt lief perfekt und das Publikum war mehr als begeistert.

Du hast auch lange mit dem Tanzen viel Geld verdient. Vergeht einem die Leidenschaft, wenn man sein Hobby zum Beruf macht?

Erst einmal ist es keine Leidenschaft. Das Wort Leidenschaft ist ein negatives Wort, weil das Tanzen für mich keine „Leiden schafft“, sondern das genaue Gegenteil ist.

Es ist oft, aber nicht immer der Fall, dass man seine Begeisterung für etwas verliert, sobald man es zum Beruf macht. Mein Interesse Geld durch Tanzauftritte zu verdienen ist gesunken, aber mein Verlangen ein anerkannter Künstler zu werden, ist gestiegen.

Ich habe wirklich schon viel Geld mit dem Tanzen verdient und auch gut davon leben können. Egal ob im Zirkus Magnifico oder mit der Gruppe Fanatix.

Wenn man so viel zu tun hat, dann hat man keine Zeit zu trainieren und die Qualität der Shows sinkt mit der Zeit. Es war nie mein Ziel einfach nur Auftritte zu machen und viel Geld zu verdienen. Mir war schon früh bewusst, dass ich nicht davon leben möchte.

Was war dein schlimmster Tiefpunkt ?

Im Jahr 2007 hat Storm sechs Bboys für ein Tanztheaterstück ausgesucht. Wir haben ein Monat lang mehrmals in der Woche trainiert und uns durch Workshops für das Casting vorbereitet. Am Ende des Monats nannte Storm die Namen der sechs Hauptrollen: Es waren Rainer (damals B Town Allstars), Lou-ease, Abi, Mehdi und Saido aka Bboy Darwin aus Paris und ich.

Am ersten Tag der Probe trainierten Lou-ease, meine Schwester Atura, meine Freundin Hana und ich eine Locking Choreographie mit Storm. Bei einem Move mit den Knien hatte ich das Gefühl, als ob mein Knie rausgesprungen ist. Ganz plötzlich fiel ich zu Boden und hielt mein Knie fest. Alle waren geschockt. Ich wusste nicht was los war, sondern nur, dass es nicht das erste Mal war. Storm fragte mich, was los sei.

Ich sagte einfach nur: „ Das ist schon oft passiert, kein Problem es springt gleich wieder rein, dann kann ich weiter machen“. Er schaute mich verwundert an und beobachtete, wie ich versuchte mit meinen Händen meinen Schienbeinknochen wieder in die richtige Position zu schieben. Nach ungefähr zehn Minuten Lies den Rest dieses Beitrags

Darf ich vorstellen?….L-Cubano

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Photo by Jan Eric Euler

Wie versprochen haben wir uns letzte Woche mit dem jungen Berliner L-Cubano getroffen und ein wenig über seine musikalische und tänzerische Karriere gesprochen.

L-Cubano tanzt seit Jahren erfolgreich mit der Crew Fanatix. Sein tänzerischer Schwerpunkt liegt bei Hip Hop, aber er kann natürlich  andere Urban Dance Richtungen und sehr erfolgreich auch Experimental (Winner Funkin Stlyez 2011) repräsentieren. Was vielleicht aus ihm geworden wäre, und wer seine Vorbilder sind, erfahrt ihr hier.

Zieht es euch selbst rein und supportet diesen Jungen.

Stell dich erst mal vor für die Leute, die dich vielleicht noch nicht kennen?

Ich heiße Yeisenel Acosta Medina besser bekannt als L-Cubano bin 24 Jahre alt, und wie mein Name schon sagt, komme ich aus Kuba und lebe schon seit 15 Jahren in Berlin. Ich bin hauptsächlich Tänzer, Musiker und Künstler.

Wie bist du  zum Tanzen gekommen?

Meine ersten Schritte als Tänzer habe ich als Bboy gemacht in der Zille. Zu der Zeit habe ich mit den Jungs von B-Town Allstars getanzt. In meinem Herzen schlägt auf jeden Fall noch ein kleiner Bboy, aber ich würde mich heute nicht mehr als solchen bezeichnen. Doch wenn sich irgendwo mal eine Cypher ergibt, pack ich auch noch ganz gerne meine alten Moves aus.

Kannst du dich noch ein dein erstes Battle erinnern?

Das ist schwierig zu sagen. Ich erinnere mich noch an die ersten großen Dinger, die ich extrem gefeiert habe. Das war Funkin Stylez 2007 in Düsseldorf, wo ich mich in der Preselection durchsetzen konnte, um in die Battles zu kommen. An dem Tag waren sicherlich über 100 Tänzer da, die auch noch alle in die Battles wollten.

Dann hatten ich noch einen Höhepunkt 2009 mit meinem Partner Mix (Fanatix) beim Juste Debout  in Düsseldorf, dass wir gewonnen hatten. Wir hatten sehr hart trainiert und uns nicht großartig Gedanken darüber gemacht. Wir wussten nur, dass bei dem Battle die krassesten Tänzer dabei sind. An dem Wochenende waren wir gut unterwegs und hatten schon zwei andere Crew Battles gewonnen.

Von da an haben wir natürlich Blut geleckt und jedes Battle mitgenommen, was ging egal ob Crew Battle, eins gegen eins oder zwei gegen zwei.

Ist dir vielleicht noch ein ganz besonderes Battle in Gedanken geblieben?

Funkin Stylesz 2010 war für mich persönlich ein ganz wichtiges Battle. Da hab ich mir Dedson (Wanted Posse, Paris) ausgewählt und ihn besiegt. Das war auf jeden Fall ein Erfolg für mich. Die Leute haben mich danach auch noch in Frankreich angesprochen und auch erkannt.

Im selben Jahr war Kanon (Ghetto Stylez, Paris) hier in Berlin und zu der Zeit hatte er sämtliche Battles gewonnen. Also war die Herausforderung sehr groß. Aber auch gegen ihn konnte ich mich durchsetzen und die Jury überzeugen.

Was war dein schlimmster Tiefpunkt als Tänzer und was waren deine größten Erfolge?

Die schlimmsten Momente sind einfach nur diese, wenn man zu faul ist zum trainieren und sich nicht motivieren kann. Das hatte ich öfter, dass Tanzen mich demotiviert hat, als ob ich das Auge des Tiegers verloren hätte. Battles und die Musik haben mich manchmal einfach nur gelangweilt.

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Neben dem Tanzen machst du ja auch Musik. Wie bist du eigentlich dazu gekommen? Wie waren deine Anfänge als Musiker?

Das war vor ca. 8 Jahren durch einen Kumpel, den ich aus der spanisch katholischen Kirche kannte. Er hatte zu dem Zeitpunkt schon ein paar Jahre Musik gemacht. Eines Tages haben wir bei meinem Kumpel zu Hause gechillt, der hatte ein ganz einfaches Programm, um ein bisschen Mucke aufzunehmen. Also meinte er: „Lass und doch einfach mal ein bisschen texten auf Spanisch„. So kam es letztendlich dazu, dass wir zusammen Musik gemacht haben.

Die Crew, „Taly Crew“, bestand dann aus vier Mitgliedern: ein Kolumbianer, Peruaner, Angolaner und ich als Kubaner. Wir hatten am Anfang guten Kontakt zu Culcha Candela, die uns ein bisschen supportet haben. Es kam auch mal vor, dass wir die „Mini Culcha Candelas“ genannt wurden, da wir ähnliche Musik gemacht.

Mit meiner Crew hatte ich die Gelegenheit in Berlin und in Leipzig auch aufzutreten als Vorgruppe von Don Omar oder Aventura. Das war eine coole Zeit. Irgendwann habe ich dann angefangen, auf Deutsch zu schreiben, weil ich wollte, dass die Leute uns verstehen. Ich wollte nicht nur Musik machen für Latinos. Aber leider haben sich die Jungs quergestellt und ab diesem Zeitpunkt hatte ich einfach kein Potenzial mehr gesehen. Also konzentrierte ich mich wieder mehr auf das Tanzen.

Wie würdest du deine Musik beschreiben?

Meine Musik spiegelt in erste Linie meine Wurzeln und meine Kultur wider. Ich komme aus Kuba und da sind die Menschen etwas lebhafter als hier in Deutschland. Ich mache tanzbare gute-Laune-Musik, zu der sich jeder bewegen kann, dafür musst du kein Tänzer sein. Die Richtung, in die ich gerne gehen möchte, sind Künstler wie Sean Paul, Pitbull oder Seeed. Ich will auf die internationale Schiene. Ich feier Seeed und Pitbull, die machen geile Musik und haben immer eine hammer Performance. Das sind so meine Vorbilder, aber ich probiere auch sehr viel aus.

Was sind außerdem deine musikalischen Vorbilder? Unabhängig davon von der Musik die du gerade machst?

Ich feier Orishas, Buena Vista Social Club, Gloria Estefan, Celia Cruz. dann natürlich Pitbull und Michael Jackson. Sonst kann ich mit den neuen Sachen nicht so viel anfangen.

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Wie ist die Zusammenarbeit mit HDF (Halt die Fresse) entstanden ?

Ich kenne die Jungs von Aggro schon seit Jahren durch Nikeata, die auch sehr bekannt in der Szene ist. Ich habe in den Videos von Sido und Tony D. getanzt und war mit den Jungs schon bei „ The Dome“. Sie kannten mich nur als Tänzer.

Eines Tages habe ich Specter, der immer alles koordiniert hat, um Videomaterial für mich gebeteb und ihn auch gleich gefragt, an wen ich mich wenden muss, wenn ich ein HDF Video haben will. Das Erste, was er sagte: „Wie? du machst Mucke?“ Ja dann bist du bei mir genau richtig.

Ich fragte Specter:  „Wie läuft das Ganze denn ab, muss ich mich irgendwie bewerben“?

Darauf meinte er: „Du nimmst den Track auf, schickst ihn mir rüber und wir überlegen dann gemeinsam, wo wir das Ding drehen und wie wir es umsetzen können.“

Im Anschluss an unser Telefonat, habe ich direkt meinen Produzenten und Beatmaker DJ Rych bescheid gegeben, dass wir sofort einen Track aufnehmen müssen für HDF. Ich wollte das Ding so schnell wie möglich machen. Ich war mit der ersten Version nicht so ganz zufrieden, weil es so typisch HDF Style war. Also habe ich den Song nochmal aufgenommen mit einer Tänzermessage. Die ersten Male hat er sich nicht gemeldet und ich musste ihm hinterhertelefonieren. Aber das war mir zu blöd, ich wollte niemanden hinterher laufen.

Irgendwann hab ich ihn im Club getroffen und er ist dann auch gleich zu mir gekommen. Er hat sich erst mal entschuldigt, aber versprochen, dass wir das HDF Video auf jeden Fall drehen werden. An dem Abend bat er mich wieder um einen Videodreh, in dem ich tanzen sollte. Mein Deal war dafür, dass ich natürlich mein HDF Video bekomme – eine Hand wäscht die andere sozusagen. Zwei bis drei Wochen später bekam ich dann endlich mein HDF Video. Ich habe in der Zwischenzeit noch einen Track geschrieben, aber der hatte nicht ansatzweise so viel Power wie „Tänzerherz“.

Du bist sicherlich der erste tanzende Rapper auf HDF. Wie war das für dich?

Ich denke, ich habe ein Zeichen gesetzt für andere Rapper. In den nächsten Videos sieht man bestimmt ein paar Krumper oder B-boys. Ich meine, das gehört auch zum Hip Hop. Ich bin übertrieben zufrieden mit dem HDF Video. Die Feedbacks waren positiv und das ist für mich das Größte.

Deine aktuelle Single heißt „Tänzerherz“?  Erzähl uns mal ein wenig von der Single?

DJ Rych hat den Beat dazu gemacht. Er ist eigentlich Pole, aber ich vertraue ihm auch in puncto lateinamerikanischer Musik und mit den Sachen, die ich selber feier. Er ist mittlerweile halber Kubaner(lacht). Ich wollte etwas Aussagekräftiges machen, was aber keine tiefgründige Message hat.

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Schreibst du deine Texte selbst? Und wie lässt du dich inspirieren?

Ich schreibe meine Texte alle selbst. Es ist schwer, sich auf Spanisch zu inspirieren, weil ich es nicht tagtäglich spreche, aber es flowt einfach besser, da die Sprache einfacher ist. Auf Deutsch habe ich persönlich sehr große Fortschritte gemacht, da ich in letzter Zeit viel auf Deutsch geschrieben habe. Das Feedback bei HDF war auch sehr gut. Die Leute haben die Mischung deutsch-spanisch sehr gefeiert.

Wer ist eigentlich PMB?

PMB ist mehr eine Crew, wo jeder sein Aufgabenfeld hat. DJ Rych macht die Beats und produziert. RZA macht alles, was mit Aufnahmen zu tun hat und schneidet die Videos zum Schluss. Dann haben wir noch den Sänger Young T.H, der mit im Boot sitzt und Texte auf Französisch und Deutsch schreibt.

Du hast schon ein paar Videos auf Youtube wie z.b „My Way“, „She Wanna“ oder „Muevete“. Wie finanzierst du das Ganze?

Wir teilen uns das Ganze mit allen, die daran beteiligt sind. Es wird vorher genau kalkuliert, dann zahlen wir es aus eigener Tasche.

Hast du in Zukunft Live-Auftritte geplant und ist ein Album geplant? 

Mein erster Live-Auftritt ist am 5. April in der Universal Music Hall in Moabit. An dem Abend wird es eine Party geben und ich werde der Hauptact sein mit zwei Tänzern aus meiner Crew Fanatix und sechs Songs, die ich performen werde. Tickets wird es dann ab März im Vorverkauf geben.

Ich arbeite seit letztem Jahr an meinen Album „Evolución“. Ich hoffe, dass es dieses Jahr im April oder Mai erscheint. Auf dem Album sind 12 Songs vertreten und ein wenig  Bonusmaterial.

Hast du das Tanzen jetzt komplett an den Nagel gehangen?

Ich mache immer noch Shows, verdiene in erste Linie mein Geld mit tanzen und trainiere viel für mich selbst. Gebattlet wird dieses Jahr nicht wirklich, weil ich zeitlich sehr eingeschränkt bin. Ich probe auch gerade wieder mit meiner Crew Fanatix, wir haben neue Crewmitglieder und die Leute können sich auf etwas gefasst machen. Wer Fanatix kennt, weiß, dass wir immer für eine Überraschung zu haben sind.

Ich werde dieses Jahr viel mit den Fanatix machen. Ich arbeite an Videos und an Features für meine musikalische Karriere. Und mein Traum wäre natürlich wenn ich etwas in meiner Heimat machen könnte. Ich versuche gerade durch das Goethe Institut Musikprojekte aufzubauen zwischen Kuba und Berlin.

Was würdest du tun wenn du nicht tanzen oder Musik machen würdest?

Das ist schwierig zu sagen. Ich war nie wirklich gut in der Schule, aber das darf ich meinen Sohn nicht erzählen (lacht). Ich denke Management für Tänzer wäre cool. Ansonsten wollte ich immer was mit Sprachen machen, so etwas wie Fremdsprachenkorrespondent. Aber ich hab mich schon entschieden, es gibt keinen Plan B. Ich lebe das Motto „entweder ganz oder gar nicht“.

Wir sind froh über diese Entscheidung, und werden den jungen Tänzer und Musiker weiterhin verfolgen. Es war mal wieder ein gelungenes Treffen mit einem sehr talentierten Künstler und Freund. Vielen Dank an L-Cubano, der sich die Zeit genommen hat…..bis dahin keep on dancin!!

Wir haben euch noch den Song “ My Way“ , „Muevete“ und natürlich „She Wanna“ hochgeladen für die, die es noch nicht gesehen haben.

Tight Eyez im Interview: Über die Veränderung des Krumps

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Wir hatten letzte Woche exklusiv die Gelegenheit, mit Tight Eyez zu reden während seiner kleinen Tour durch Europa (Polen, Frankreich, Deutschland). Der Krumper der ersten Stunde hat uns Rede und Antwort gestanden und dabei tief blicken lassen. Lest am besten selbst, was er zu sagen hat.

Wie wir wissen, bist du öfter in Europa. Wann warst du das letzte Mal in Deutschland?

Das war letztes Jahr bei der European Buck Session. Ich liebe Deutschland, vor allem weil meine Familie hier ist, meine Krump Family. Ich hab jedes Mal eine richtig coole Zeit, wenn ich hier bin. In Berlin gibt es leider viele Krumper, die aufgehört haben, aber ich hoffe, dass sich das ändert in Zukunft – auch durch meine Anwesenheit.

Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit Ghetto Style gekommen?

Die Zusammenarbeit zwischen Kanon und mir ist im vergangenen Jahr beim Ghetto Style Battle in Paris entstanden. Ich hab gegen ihn gebattlet und das war echt brutal. Die Leute dachten, wir wären wirklich verfeindet.

Nach dem Battle haben wir beschlossen, gemeinsam etwas zu machen. Also erzählte Kanon mir von seinem Fusion Concept. Ich sollte nicht unbedingt battlen, es sein denn, ich werde herausgefordert. Aber ich sagte, ich will unbedingt battlen. Die Krumpszene hier ist groß, aber sie muss noch größer und zu einem festen Bestandteil werden. So fing unsere Zusammenarbeit an, er ist mein Homie.

Hier nochmal für alle, die das legendäre Battle nicht kennen: Tight Eyez vs. Kanon.

Hättest du jemals gedacht, dass du so eine bedeutende Rolle für die Krumpszene übernehmen würdest?

Nein, das hätte ich niemals gedacht. Krump ist in unseren Wohnzimmern entstanden. Wir hatten keine großen Erwartungen, als wir anfingen zu krumpen. Wir haben einfach nur in unserer Nachbarschaft gekrumpt. Aber als „Rize“ (Dokumentation von David LaChapelle) erschien, wussten wir, ‚Okay, wir können viel mehr daraus machen‘ und das ist sehr bedeutend. Ich trage eine gewisse Verantwortung und gebe mein Bestes, jeden Krumper kennenzulernen und dort zu sein, wo gekrumpt wird auf der ganzen Welt.

Inwiefern hat sich die Krumpszene verändert, seitdem du krumpst?

Am Anfang als „Rize“ rauskam, war es sehr kraftvoll und voller Energie fast unkontrollierbar. Wir wussten nicht, wie wir es steuern sollten. Heute haben wir viel mehr Kontrolle über unseren Körper, die Musik, wir sind kreativer, wir haben viel mehr Ideen. Es gibt Teams, Crews, Fams: das ganze ist viel reifer geworden. Die Musik hat sich sehr verändert. Es war früher alles sehr schnell, „uptempo“. Heute ist es gelegentlich auch noch so, aber insgesamt ist die Musik etwas langsamer, sodass du die Moves und die Kraft in den Bewegungen besser erkennen kannst. Dadurch versteht man den Tanz viel besser.

Der Ursprung vom Krump hat spirituellen Einfluss. Jetzt geht es mehr um Entertaiment, Shows und Battles. Glaubst du, dass das Spirituelle verloren gegangen ist? 

Ich denke, dass Krump immer noch sehr spirituell ist. Aber die Battles sind auch ein Teil davon, weil die Leute dadurch aufmerksam werden und es verstehen. Wenn du Krump verstehst, dann spürst du auch das Spirituelle daran. Es ist unsere Verbindung, die wir mit Gott haben. Wir nennen es „The Hype“: Das ist der Moment, wenn alle um dich herum sind und dich pushen bis zum Höhepunkt. Wenn du da ankommst, bist du zu allem bereit. Du fühlst dich einfach viel näher zu Gott als zuvor. Es ist also immer noch ein spiritueller Tanz.

 

Glaubst du, dass die Leute den Ursprung kennen, wenn sie anfangen zu krumpen?

Ich glaube nicht, dass jeder die wahre Bedeutung kennt, der krumpt, aber man wird es mit der Zeit schon herausfinden. Du hast selber die Wahl, welchen Weg du gehst. Man kann auch einfach nur aus Spaß krumpen oder um Leute zu unterhalten.

Aber die wahren Krumper wissen, was dahinter steckt, die spirituelle Seite und was es bedeutet, zu krumpen. Die Leute krumpen aus den verschiedensten Gründen. Ich krumpe aus spirituellen Gründen und das bringt mich zu den Battles.

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Erinnerst du dich an dem Moment als du das erste Mal emotional und spirituell mit Krump in Berührung kamst?

Das war im Wohnzimmer. Da hab ich gegen einen Freund von mir gebattlet, den ich seit sehr langer Zeit nicht mehr gesehen hatte und ich hatte mich gefragt:

Hey, wo hast du die ganze Zeit bloß nur gesteckt“?

Daraufhin sagte mein Homie:  „Ich hab in letzter Zeit nicht viel getanzt“.

Und ich fragte ihm: „Warum? Hast du aufgehört, zu tanzen“?

Ich weiß selbst das es Zeiten gibt, wo man von seinem Weg einfach abkommt, aber du musst immer weitermachen, um von dem ganzen Mist wegzukommen. Also fing ich an, gegen ihn zu battlen und er fing plötzlich an zu weinen und ich fragte mich, wieso weint mein Homeboy. Es schien so, als ob meine Moves etwas in seinen Gedanken ausgelöst hat, weil er gerade eine schwere Zeit durchmachte. Es war kein Battle mehr. Ich habe nur noch getanzt. Er stand in der mit Mitte vom Circle und hat einfach nur geweint. Es war echt verrückt.

Ich fragte ihn dann, was los sei. Er meinte: „Jede Bewegung, die du machst, ist, als ob du mir ein Stück von meiner Last nehmen würdest, als ob du mich erlösen würdest.“ 

Das war das erste Mal, an dem ich emotional und spirituell mit Krump in Berührung kam. Von dem Tag an wusste ich, es ist nicht einfach nur ein Tanz.

 

Worauf legst du Grundsätzlich Wert, wenn du Krump unterrichtest?

Es geht in erster Linie darum, zu lehren und ihnen beizubringen, dass Krump nichts Ängstliches ist. Die meisten Leute denken, dass Krump etwas Ängstliches ist, aber nein, es geht darum, Spaß zu haben und frei zu sein. Sie lernen, sich wohlzufühlen in ihren aggressiven Bewegungen. Auch wenn es aggressiv aussieht, es macht eine Menge Spaß. Natürlich ist es auch „Street“ und du kannst deine Attitude mit einbauen. Und nicht zu vergessen die Basics, Basics und nochmals Basics.

Gibt es noch andere Styles, die du tanzt? 

Krump ist natürlich meine Spezialität, aber ich liebe Popping und House. Das sind meine Lieblingsstyles. Das könnte ich mir die ganze Zeit anschauen.

Was würdest du tun, wenn du nicht Tänzer wärst?

Ich glaube, ich würde Rappen oder etwas machen, wo ich viel Kraft und Energie reinstecken muss. Irgendetwas Extremes, von mir aus auch Extrem Biker oder Skateboarder. Aber ich denke in erster Linie Musik.

Danke für das offene Gespräch!!!

Falls Tight Eyez jemals eine Rapkarriere starten sollten, werden wir sicherlich darüber berichten. Aber bis dahin keep on dancin, man!!!

Darf ich vorstellen? … Lou-Ease

Dieses Mal haben wir einen B-Boy zum „Vorstellungsgespräch“ geladen. Keepondancin proudly presents: Louis Becker a.k.a. Lou-Ease aus Berlin. Der junge Tänzer mit deutschen und nigerianischen Wurzeln ist seit über zehn Jahren dabei und hat schon einiges im Laufe seiner Karriere mitgenommen. Wir können schon verraten: Neben den Erfolgen traf ihn auch ein Schicksalsschlag…

Trick17 war die erste Crew, mit der er Mitte der 2000er für zwei Jahre unterwegs war. Sie haben vor allem zum Spaß trainiert. Lou-Ease wollte ein bisschen mehr und fand in den Jungs von B-Town Allstars Gleichgesinnte. 2006 schloss er sich ihnen an und sie mischten in Berlin und dann auch international einige Battles auf. Auf der Liste stehen schon früh beeindruckende Erfolge wie das BOTY International Finale 2006, die Teilnahme am KB B-Boy World Masters 2007 in Korea, wo sich alle großen Crews der B-Boy-Welt dem Kampf stellten und das Battle of the Est in Estland, bei dem die B-Town Allstars im Finale gegen die heftigen B-Boys von Killafornia aus den USA standen. Um seiner Leidenschaft fürs Tanzen eine Basis zu geben, machte Louis ab 2007 eine Ausbildung zum Akrobat und Bühnenartist in Berlin.

Die Jungs von B-Town Allstars erhielten immer mehr Engagements für verschiedene Projekte und konzentrierten sich mehr und mehr darauf. In einem Austauschprojekt zwischen Berlin und Paris lernte Louis dann Saido kennen, der auf „genau dem selben Film war„. Sie trainierten oft zusammen und 2010 wurde Lou-Ease endgültig in seiner Pariser Crew Bad Trip aufgenommen. „Irgendwann sind die Moves aufgebraucht und dann werden Musikalität und Kreativität das Wichtigste. Bei Bad Trip sind alle B-Boys sehr individuell. Unsere Devise ist: ‚It’s better to fail in originality than to succeed in imitation.‘!!!“

„Das ist das, wo ich aufgehe!“

Mit Bad Trip battlete er schon erfolgreich auf den internationalen Events Break on Stage in Cannes und Block Party in Pepignon. Außerdem machten sie Ende letzten Jahres den zweiten Platz beim Centaur Dance Showdown  in Vietnam, zu der sie eingeladen wurden. Deutschland ist nicht mehr interessant? „Generell bin ich in Deutschland nicht mehr oft bei Battles – vor allem weil meine Crew ja in Frankreich ist“, macht Louis deutlich, „Außerdem fehlen mir in Berlin die Cyphers, wo sich B-Boys aus verschiedenen Städten oder Ländern austauschen können.“ Seine eigentlichen Highlights sind nämlich nicht die großen Events, sondern Jams und Battles irgendwo in den kleinen Turnhallen in Paris: „Da sind Leute, die die gleiche Einstellung zum Tanzen haben. Das ist das, wo ich aufgehe!“

Es begann mit einer VHS-Kassette

Vor zehn Jahren stand er noch an einem ganz anderen Punkt: „Mein Vater hatte eine VHS-Kassette vom Film ‚Breaking‘. Ich hab mir den ungelogen 30 oder 50 Mal reingezogen. Ich wollte das einfach nachmachen, hab mich auf den Kopf gestellt usw. Im Internet hab ich dann nach ‚Breakdance in Berlin‘ gesucht und bin an Hawk geraten, der mir vom Training in der Antenne erzählt hat.“

Ein paar Jahre Training waren nötig, bis er zu einem B-Boy mit eigenem Style wurde. „Man braucht vier bis fünf Jahre, um die Basics zu lernen. Dadurch entwickelt man ein richtiges Verständnis fürs Breaken und danach bildet sich erst der Charakter eines Tänzers heraus. Viele können krasse Moves, die man aber oft schon mal irgendwo gesehen hat. Die Kunst ist es, in den Moves seine eigene Facette zu finden. Meine Herausforderung ist es also, Moves, Footworks oder Toprocks zu entwickeln und in einen eigenen Shape (=eigene Form bzw Körperhaltung) zu bringen.

Die drei Energien

Der Erfolg gibt Louis Recht. Neben den Battles erhält er klassische Engagements als Tänzer bei Theateraufführungen und Shows oder Revues. Unter der Leitung von Amigo führt er zum Beispiel das Stück „Hüzün“ unter anderem im Hebbel Theater auf. Der Berliner arbeitete schon für einige Produktionen und war u.a. auch im Ensemble von Joseph Haydns Stück „Die Schöpfung“ vertreten, das unter Leitung von Christoph Hagel in keiner beeindruckenderen Kulisse wie dem Berliner Dom aufgeführt wurde. Zur Zeit arbeitet er im Friedrichstadtpalast (YMA). Louis kann von seiner Kunst leben – durch die Engagements, Battles und Straßenshows. „Das sind drei verschiedene Energien. Bei den kommerziellen Sachen geht es ums Geld verdienen und ich mache einfach, was man mir sagt. Bei den Straßenshows am Brandenburger Tor kann man alles ausprobieren und gucken, wie die Ideen ankommen und Battles sind eben dazu da, um sein Können mit anderen zu messen und dazuzulernen.“

Der Tiefpunkt und die Wiedergeburt

Bei dem B-Boy lief aber nicht immer alles steil nach oben. 2008 stand seine Erfolg versprechende Karriere kurz vor dem Ende. Bei einem Auftritt im Gorki Theater in Berlin zog sich Louis bei einem seitlichen Salto einen Kreuzbandriss zu. Aber damit noch nicht genug: Sein Knie entzündete sich und die Ärzte konnten den Virus nicht identifizieren, um das Knie richtig zu behandeln. „Bei der Visite haben sie mir mal wieder gesagt, dass sie mir immer noch nicht helfen können. Der eine Arzt meinte außerdem, ich könnte nicht mehr als Tänzer arbeiten… Ich kam mir echt hilflos vor. Ein Freund kam ab und zu im Krankenhaus zu Besuch. Er ist muslimisch. An dem Tag sagte er, ich solle vielleicht einfach beten – nicht unbedingt zu Allah – einfach beten. Das habe ich gemacht und am nächsten Morgen meinten die Ärzte, sie hätten den Virus plötzlich gefunden und könnten mit der Behandlung beginnen. Ich bin seitdem ein spirituellerer Mensch. Ich meine, ich habe die Schule kurz vor dem Abi abgebrochen, weil es mir so vorkam, als würde ich nichts fürs Leben lernen, aber das Tanzen hatte ich immer durchgezogen!!“

Sein Durchhaltevermögen hat sich gelohnt und für sein Knie wurde eine Reha angeordnet. Insgesamt ein Jahr konnte der B-Boy deshalb nicht tanzen und er hat dann noch ein Jahr gebraucht, um wieder das alte Level zu erreichen. Louis sagt, er hat vor allem persönlich viel aus der Sache gelernt: „Man bekommt eine Gabe geschenkt, aber sollte sich nicht zu sehr herausfordern.“ In seiner Akrobaten-Ausbildung versuchte er aber so schnell wie möglich wieder einzusteigen: „Es war eine echte Überwindung wieder einen Salto zu machen – nicht technisch, sondern vom Kopf her!“

Louis‘ offizieller Trailer:  

Sein Style

Keepondancin hat Louis gebeten, seinen Tanzstil selbst zu beschreiben: „Durch die Ausbildung habe ich viele akrobatische Elemente in meinen Tanz eingebaut. Ich würde sagen, mein Flow ist sehr weich, flüssige Bewegungen, wie das Element Wasser. Ich kombiniere das mit explosiven Saltos als Gegensatz und finde so ein Zwischenspiel als B-Boy. Ach ja, und ich breake sehr footwork-lastig, doch das wichtigste bleibt natürlich die Musikalität.“

Louis‘ Plan für 2012

2012 hält noch einige Aufgaben für Lou-Ease bereit. Bad Trip trainieren für das Battle of the Year, bei dem sie hoffentlich alles abreißen. Mit Engagements wie jetzt im Friedrichstadtpalast sowie Workshops oder anderen kleinen Jobs mit den Flying Steps  bestreitet er weiter seinen Lebensunterhalt und Ende des Jahres kommt sein erstes eigenes Theaterprojekt auf uns zu. Es wird ein Duett, das der B-Boy zusammen mit Saido/Bboy Darwin entwickelt. Wir dürfen gespannt sein auf seine neuen Projekte, denn nur eins bleibt 2012 gleich – seine Einstellung: „Es muss sich die Waage halten zwischen dem kommerziellen Shit, den ich gar nicht so mag, und der Kunst und der Möglichkeit, was eigenes zu kreieren und zu entwickeln.“

Unser Blogprojekt hält er für’ne wichtige Sache. „Es ist in der Form die erste Seite, die Einblick bietet in die Kultur – für die, die nicht so gut connected sind und um zu sehen, was die anderen machen. Sowas braucht die Szene!“ Danke Louis für das interessante Gespräch und bis dahin, you know: keepondancin!

Darf ich vorstellen? ……Georgina

Es wird wieder Zeit für eine Vorstellungsrunde und die erste in diesem Jahr ist Georgina Philp aus Berlin. Die gebürtige Düsseldorferin mit karibischen Wurzeln entdeckte im Alter von zwölf Jahren die Liebe zum Locking und begann kurz darauf auch mit dem Cheerleading. Bis Georgina 18 wurde, hat sie für die Jugend des bekannten Footballvereins Düsseldorf Rhein Fire getanzt. Zum passenden Ausgleich verbrachte die junge, talentierte Tänzerin viel Zeit im Tanzhaus NRW.
Nach dem Abitur entschied sich Georgina für ein Tanzstudium in Modern-Contemporary in Holland. Die Ausbildung hat sie erfolgreich abgeschlossen und dient als Grundlage für ihren heutigen Stil. Der Sieg bei der VIVA-Show „Dancestar 2008“ (als erste Frau!!) führt sie nach Berlin. Hier bleibt sie erstmal nicht allzu lange. Es zieht sie weiter weg nach New York und Los Angeles, wo sie für drei Monate lebt und ihren Stil weiterentwickelt. Zurück in Deutschland, entscheidet sich Georgina 2009 in Berlin zu bleiben und beginnt, mit ihrer Leidenschaft Geld verdienen.
Der Umzug nach Berlin bedeutete aber auch weitere Erfolge. Der erste ist 2010 der Sieg der Berliner Streetdance-Meisterschaft, mit der rein weiblichen Tanzcrew Kill Bill. Im selben Jahr wird weiter gefeiert: Mit ihrer damaligen Tanzpartnerin und Freundin Joy räumt die Wahlberlinerin das große Crazy Moves Battle in Hannover auf und sorgt mit dem Sieg in der Kategorie Hip Hop/New Style für mächtig Aufsehen.
Georgina ist eine unglaublich vielfältige Tänzerin und beherrscht fast alle Stile der urbanen Szene. „Ich habe über die Jahre viele Workshops mitgemacht und mich durch meine Reisen inspirieren lassen. Es ist wichtig für einen Tänzer zu reisen, um sich weiterzuentwickeln und viele tänzerische Einflüsse zu sehen und zu lernen, die man hier nicht bekommen kann. Meine größten tänzerischen Inspirationen sind u.a. Marjory Smarth (House) und Archie Burnett (Voguing), wofür ich sehr dankbar bin.“
Georgina erzählt, dass sie vor drei Jahren das erste Mal bei ihrem Aufenthalt in New York mit Voguing in Berührung gekommen sei. „Voguing ist sehr ausdrucksstark und gefühlvoll und ich liebe es, dass man sich in dem Moment einfach feiern lassen kann.“ Leider ist Voguing in Berlin nicht so verbreitet. Die junge Tänzerin gibt deshalb einmal im Monat einen Workshop und es zahlt sich aus – die Nachfrage steigt.

Auch im sozialen Bereich ist Miss Philp engagiert. Sie veranstaltet mit Asghar Pourkashani vom Projekt „Outreach – Mobile Jugendarbeit “ und Tänzerkollegen Prince (M.I.K) das Battle „Berlin Circle Ground“, das gerade zum vierten Mal an den Start ging. “Der Kontakt zu Asghar entstand nach der Berliner Streetdance Meisterschaft. Und ich erinnere mich noch daran, wie Prince versucht hat, mir das Battle-System zu erklären, da es ein Trainingsprinzip von ihm und seinen Jungs war. Wir hätten niemals mit so einer Resonanz auf das Battle gerechnet, obwohl wir es gehofft haben. Natürlich ist es noch ausbaufähig, aber Potenzial ist vorhanden.“ Und zu Recht ist diese Veranstaltung mittlerweile ein fester Bestandteil der Berliner Szene und wird in Zukunft sicher weiter wachsen.
Bei der vergangenen Veranstaltung gab es sogar Besuch aus NRW. „Ich würde mir natürlich wünschen, dass noch mehr Tänzerr aus der Berliner Szene teilnehmen – vor allem aus der B-Boy Szene wie Louis, Raphael oder Mio, um nur einige zu nennen. Wir haben dieses Mal wieder Tänzer aus NRW eingeladen, damit einfach ein gewisser Austausch entsteht und die Berliner motiviert sind, sich in ihrer Stadt nicht den Sieg nehmen zu lassen. So war das früher in NRW, wenn die Franzosen kamen und meinten, sie müssten hier alles abräumen. Da entstand eine Wahnsinnsstimmung bei den Tänzern, denn keiner wollte verlieren. Letztendlich bringt das die Szene mehr zusammen und man lernt voneinander. It’s all about the Love.“
Für dieses Jahr hat sich die leidenschaftliche Tänzerin vorgenommen, noch mehr zu reisen und selber etwas Tänzerisches bzw. Künstlerisches zu kreieren. Momentan entwickelt Georgina zusammen mit sieben weiteren Künstlern (Schauspieler, Poeten etc.) ein „Performance Art“-Stück, das später aufgeführt werden soll. keepondancin ist gespannt, was uns erwartet und hält euch auf dem Laufenden. Eins steht schon fest: Im Februar findet definitiv wieder ein Vouging Workshop statt und den solltet ihr euch auf gar keinen Fall entgehen lassen.
Keepondancin bedankt sich bei Georgina Philp und fragt, was sie von uns hält: „Ich finde es gut, dass es eine Plattform gibt, die sich mit Tänzern befasst und vorstellt – vor allem in Berlin. Obwohl schon viel über Facebook kommuniziert wird, ist keepondancin einfach anders“.

Darf ich vorstellen? …Rae

Reagan Dikilu aus Aachen a.k.a. Sugar Rae gehört zu den bedeutendsten Tänzern in Deutschland. Er entdeckte die Liebe zum Tanzen praktisch mit seinen ersten Gehversuchen. Schon als Zwölfjähriger gründete Rae mit fünf seiner Homies 1999 die Crew Flow Rockers. Den größten Erfolg erreichten die jungen Breaker 2002 mit dem Sieg als “NRWs beste Nachwuchs B-Boys“ in Grevenbroich. Hoch motiviert und mit Durst nach mehr, eignet sich Rae nach und nach weitere Stile des Urban Dance an – einer davon ist Locking, der mittlerweile zu seiner Spezialität gehört. 2005 erreichte er im Locking – mit gerade mal 18 Jahren – den ersten Platz beim Ruhrpott Battle. Weil er weiter konsequent an sich gearbeitet hat, lebt er heute den Traum vieler Tänzer: Er hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Rae ist professioneller Tänzer, Trainer und Choreograph.

Wer so steil durch die Decke geht, bei dem muss keepondancin mal genauer nachfragen, welche spannenden Projekte anliegen.

Rae hat keepondancin erzählt, dass er für dieses Jahr noch eine ganz besondere Rechnung offen hat: der Sieg beim Funkin’ Stylez 2011 in der Kategorie Locking! Obwohl Rae mit seinen erst 24 Jahren schon zur internationalen Locking-Elite gehört, hat er es beim Funkin’ Stylez noch nicht auf den ersten Platz geschafft. Aber das soll in diesem Jahr anders sein: „Ich habe nur noch ein paar Tage bis zum Funkin‘ Stylez. Dafür opfere ich momentan und eigentlich die ganzen letzten Wochen jede freie Minute. Wie gesagt ich hab es bereits zwei Mal versucht und es nie auf den ersten Platz geschafft.“ Rae fügt aber hinzu, dass er beim Funkin’ Stylez zwei Mal in der Kategorie World Team Battle gewonnen habe – im Germany Team 2009 und im vergangenen Jahr mit Bad Newz M.P. . Seine Konzentration legt Rae dieses Jahr deshalb auf die Solobattles und begründet seine Entscheidung ganz einfach: „In den letzten Jahren habe ich mich viel um andere gekümmert. Dieses Jahr soll nur für mich sein und beim Funkin‘ Stylez zu gewinnen, würde das Jahr 2011 einfach perfekt machen.“ Wer Rae schon mal battlen gesehen hat, weiß ganz genau, dass er alles gibt und den Zuschauern eine unvergessliche Schlacht bieten wird.

Nachdem Rae am Wochenende hoffentlich den Sieg nach Hause holen wird, geht es im Grunde direkt weiter nach Hamburg. Am 10. Dezember gibt er dort einen dreistündigen Locking-Workshop in der Hip Hop Academy. (Infos: http://www.hiphopacademy-hamburg.de/) Kurz danach führt ihn sein Job in DIE Tänzermetropole Europas nach Paris. Dort findet am 18. Dezember das Who iz Who Battle statt, das zweitgrößte Battle in Frankreich nach Juste Debout. Der gebürtige Kongolese hat diesmal die Ehre, in der Jury sitzen und die Teilnehmer beurteilen zu dürfen. Außerdem arbeitet der Ausnahmetänzer an seiner eigenen Webseite.

Rae ist glücklicherweise in der Lage, seine Kunst und Leidenschaft mit dem kleinen Übel, Geld verdienen zu müssen, zu verbinden. Die Sache mit dem Traumberuf ist also geritzt und was sonst so kommt: Wir bleiben dran!

Man braucht es Rae fast nicht zu sagen: But please keepondancin, man!

Darf ich vorstellen? …Jonathan Lunatix

Jonathan Ritzman, besser bekannt als Jonathan Lunatix, hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht in seiner Tänzerkarriere. Hauptsächlich hat er sich in den Richtungen Hip Hop/New Style und Popping profiliert, aber einer seiner jüngsten Erfolge ist der Titel beim House Battle von Berlin’s Best Solo Dancer.

Keepondancin fragt genauer nach bei dem jungen Talent, seit wann er aktiv tanzt. „Nach der 10. Klasse habe ich die Schule verlassen in der Hoffnung, dass mir das Tanzen einige Türen öffnet. Heute tanze ich eigentlich jeden Tag und arbeite nebenbei noch als Barkeeper“, erklärt Jonathan. Seit fünf Jahren ist er mittlerweile dabei und davon ungefähr vier Jahre mit der Crew Lunatix unterwegs, die von seinem Motivator und Mentor Serdar gegründet wurde. Neben dem Tanz hat der 20-jährige eine große Leidenschaft für Musik und ist seit 1,5 Jahren DJ: „Ich habe schon immer ein Gefühl für die Musik gehabt durch das Tanzen und deshalb fiel es mir nicht wirklich schwer, Musik selber aufzulegen“. Eine kleine Kostprobe gab es am vergangenen Wochenende beim 5-jährigen Lunatix Battle, das wir euch auf Facebook gepostet haben.

Der talentierte Tänzer wurde vor kurzem für die Internet-Soap „Wenn du dich traust“ gecastet. In der Internetserie spielt Jojo die Rolle des Alex, der sich in Hayal verliebt. Alex ist ein sehr guter Schüler, Schülerlotse und noch der Liebling aller Lehrer. Außerdem kümmert er sich um seine alleinstehende Mutter, die drei Jobs hat, und seine jüngere Schwester. Wenn Alex seinen Gefühlen freien Lauf lassen will oder von seinem Alltag entfliehen möchte, verzieht er sich aufs Dach und fängt an, zu tanzen. Jonathan hat uns erzählt: „Die Dreharbeiten am Set waren echt anstrengend, aber ich bin froh, über diese neue Herausforderung und finde es richtig cool, zumal ich einfach so sein kann, wie ich bin“. Drei Folgen wurden bis jetzt gezeigt und fünf weitere werden noch gedreht und ausgestrahlt. „Die Produzenten haben gemeint, dass das Projekt sehr erfolgreich anläuft. Wenn es so bleibt, werden wir vielleicht eine zweite Staffel drehen“, meint Jonathan.

Wir sind gespannt, was uns demnächst von Jonathan erwartet. Mit seiner Crew Lunatix wird er auf jeden Fall beim Funkin Stylez Berlin eine Show performen und in den Kategorien Popping, House und NewStyle zum Battle antreten. Wir sind selbstverständlich auch am Start. Bis dahin keepondancin.

Alle Infos zur Internetserie: http://www.duhastdiemacht.de/wenn-du-dich-traust

Hier die aktuelle Folge: