Archiv für den Monat Januar 2013

Lil Amok – The Art Of Being You

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Heute haben wir ein besonderes Video für euch von Adnan Dushaku besser bekannt als Lil Amok (Flying Steps). In dem fast vier minütigen Video porträtiert er sich selbst und spricht über seine Träume, seine Leidenschaft und dem Schlüssel zum Erfolg.

Ein sehr kreatives und motivierendes Kunststück. Wir sind begeistert von dem jungen 22 jährigen Ausnahme Breaker und teilen dieses Video mit euch.

Checkt unsere Kategorie Videos in unserem Blog bis dahin keepondancin.

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JubaFilms neuer Kurzfilm “ Not Yet A Hero“

Wer von uns wollte nicht schon immer einmal ein Superheld oder eine Superheldin sein? Mit dem neuen Meisterwerk von den JubaFilms „Not Yet A Hero“, geht wohl für Bboy Blond ein kleiner Traum in Erfüllung.

Mal wieder überzeugen die jungen Filmemacher mit ihrer Kreativität und ihr gutes Gespür Geschichten zu erzählen und dies mit Tanz zu verbinden.

In dem neuen Film der Aachener Jungs stellt der Bboy Blond einen Nerd dar, der nichts Besseres zu tun hat als für Ordnung in seinem Zimmer zu sorgen und vorm PC zu sitzen, als er plötzlich durch seinen alten Computer einen Kurzschluss abbekommt, dass ihm schließlich Superkräfte verleiht.

Der Breaker beweist nicht nur sein tänzerisches, sondern auch schauspielerisches Talent in dem Kurzfilm.

Was letztendlich passiert, solltet ihr euch lieber selber ansehen. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung des Meisterwerks. Bis dahin keep on dancin!!!

 

 

 

The New „RIZE“ – BuckUnit übernimmt die deutsche Krumpszene

Dieses Video der BuckUnit Crew ist auf jeden Fall mehr als sehenswert. Die jungen Berliner haben sich richtig ins Zeug gelegt für diesen unglaublichen guten Trailer, der den Titel trägt „The New Rize“.

Das Video ist sehr vielversprechend und verleiht eine pure Anspannung bis zum Schluss. Nicht nur die Krumper selbst, überzeugen im Trailer, sondern auch die gesamte Kamera Crew. Ein ganzes großes Lob aus unserer Redaktion.

Ich glaube nach diesem Trailer ist es ganz klar, dass die Berliner Krump Szene nicht ausgestorben ist. Wir feiern das Video bis dahin keep on krumpin.

Tight Eyez im Interview: Über die Veränderung des Krumps

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Wir hatten letzte Woche exklusiv die Gelegenheit, mit Tight Eyez zu reden während seiner kleinen Tour durch Europa (Polen, Frankreich, Deutschland). Der Krumper der ersten Stunde hat uns Rede und Antwort gestanden und dabei tief blicken lassen. Lest am besten selbst, was er zu sagen hat.

Wie wir wissen, bist du öfter in Europa. Wann warst du das letzte Mal in Deutschland?

Das war letztes Jahr bei der European Buck Session. Ich liebe Deutschland, vor allem weil meine Familie hier ist, meine Krump Family. Ich hab jedes Mal eine richtig coole Zeit, wenn ich hier bin. In Berlin gibt es leider viele Krumper, die aufgehört haben, aber ich hoffe, dass sich das ändert in Zukunft – auch durch meine Anwesenheit.

Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit Ghetto Style gekommen?

Die Zusammenarbeit zwischen Kanon und mir ist im vergangenen Jahr beim Ghetto Style Battle in Paris entstanden. Ich hab gegen ihn gebattlet und das war echt brutal. Die Leute dachten, wir wären wirklich verfeindet.

Nach dem Battle haben wir beschlossen, gemeinsam etwas zu machen. Also erzählte Kanon mir von seinem Fusion Concept. Ich sollte nicht unbedingt battlen, es sein denn, ich werde herausgefordert. Aber ich sagte, ich will unbedingt battlen. Die Krumpszene hier ist groß, aber sie muss noch größer und zu einem festen Bestandteil werden. So fing unsere Zusammenarbeit an, er ist mein Homie.

Hier nochmal für alle, die das legendäre Battle nicht kennen: Tight Eyez vs. Kanon.

Hättest du jemals gedacht, dass du so eine bedeutende Rolle für die Krumpszene übernehmen würdest?

Nein, das hätte ich niemals gedacht. Krump ist in unseren Wohnzimmern entstanden. Wir hatten keine großen Erwartungen, als wir anfingen zu krumpen. Wir haben einfach nur in unserer Nachbarschaft gekrumpt. Aber als „Rize“ (Dokumentation von David LaChapelle) erschien, wussten wir, ‚Okay, wir können viel mehr daraus machen‘ und das ist sehr bedeutend. Ich trage eine gewisse Verantwortung und gebe mein Bestes, jeden Krumper kennenzulernen und dort zu sein, wo gekrumpt wird auf der ganzen Welt.

Inwiefern hat sich die Krumpszene verändert, seitdem du krumpst?

Am Anfang als „Rize“ rauskam, war es sehr kraftvoll und voller Energie fast unkontrollierbar. Wir wussten nicht, wie wir es steuern sollten. Heute haben wir viel mehr Kontrolle über unseren Körper, die Musik, wir sind kreativer, wir haben viel mehr Ideen. Es gibt Teams, Crews, Fams: das ganze ist viel reifer geworden. Die Musik hat sich sehr verändert. Es war früher alles sehr schnell, „uptempo“. Heute ist es gelegentlich auch noch so, aber insgesamt ist die Musik etwas langsamer, sodass du die Moves und die Kraft in den Bewegungen besser erkennen kannst. Dadurch versteht man den Tanz viel besser.

Der Ursprung vom Krump hat spirituellen Einfluss. Jetzt geht es mehr um Entertaiment, Shows und Battles. Glaubst du, dass das Spirituelle verloren gegangen ist? 

Ich denke, dass Krump immer noch sehr spirituell ist. Aber die Battles sind auch ein Teil davon, weil die Leute dadurch aufmerksam werden und es verstehen. Wenn du Krump verstehst, dann spürst du auch das Spirituelle daran. Es ist unsere Verbindung, die wir mit Gott haben. Wir nennen es „The Hype“: Das ist der Moment, wenn alle um dich herum sind und dich pushen bis zum Höhepunkt. Wenn du da ankommst, bist du zu allem bereit. Du fühlst dich einfach viel näher zu Gott als zuvor. Es ist also immer noch ein spiritueller Tanz.

 

Glaubst du, dass die Leute den Ursprung kennen, wenn sie anfangen zu krumpen?

Ich glaube nicht, dass jeder die wahre Bedeutung kennt, der krumpt, aber man wird es mit der Zeit schon herausfinden. Du hast selber die Wahl, welchen Weg du gehst. Man kann auch einfach nur aus Spaß krumpen oder um Leute zu unterhalten.

Aber die wahren Krumper wissen, was dahinter steckt, die spirituelle Seite und was es bedeutet, zu krumpen. Die Leute krumpen aus den verschiedensten Gründen. Ich krumpe aus spirituellen Gründen und das bringt mich zu den Battles.

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Erinnerst du dich an dem Moment als du das erste Mal emotional und spirituell mit Krump in Berührung kamst?

Das war im Wohnzimmer. Da hab ich gegen einen Freund von mir gebattlet, den ich seit sehr langer Zeit nicht mehr gesehen hatte und ich hatte mich gefragt:

Hey, wo hast du die ganze Zeit bloß nur gesteckt“?

Daraufhin sagte mein Homie:  „Ich hab in letzter Zeit nicht viel getanzt“.

Und ich fragte ihm: „Warum? Hast du aufgehört, zu tanzen“?

Ich weiß selbst das es Zeiten gibt, wo man von seinem Weg einfach abkommt, aber du musst immer weitermachen, um von dem ganzen Mist wegzukommen. Also fing ich an, gegen ihn zu battlen und er fing plötzlich an zu weinen und ich fragte mich, wieso weint mein Homeboy. Es schien so, als ob meine Moves etwas in seinen Gedanken ausgelöst hat, weil er gerade eine schwere Zeit durchmachte. Es war kein Battle mehr. Ich habe nur noch getanzt. Er stand in der mit Mitte vom Circle und hat einfach nur geweint. Es war echt verrückt.

Ich fragte ihn dann, was los sei. Er meinte: „Jede Bewegung, die du machst, ist, als ob du mir ein Stück von meiner Last nehmen würdest, als ob du mich erlösen würdest.“ 

Das war das erste Mal, an dem ich emotional und spirituell mit Krump in Berührung kam. Von dem Tag an wusste ich, es ist nicht einfach nur ein Tanz.

 

Worauf legst du Grundsätzlich Wert, wenn du Krump unterrichtest?

Es geht in erster Linie darum, zu lehren und ihnen beizubringen, dass Krump nichts Ängstliches ist. Die meisten Leute denken, dass Krump etwas Ängstliches ist, aber nein, es geht darum, Spaß zu haben und frei zu sein. Sie lernen, sich wohlzufühlen in ihren aggressiven Bewegungen. Auch wenn es aggressiv aussieht, es macht eine Menge Spaß. Natürlich ist es auch „Street“ und du kannst deine Attitude mit einbauen. Und nicht zu vergessen die Basics, Basics und nochmals Basics.

Gibt es noch andere Styles, die du tanzt? 

Krump ist natürlich meine Spezialität, aber ich liebe Popping und House. Das sind meine Lieblingsstyles. Das könnte ich mir die ganze Zeit anschauen.

Was würdest du tun, wenn du nicht Tänzer wärst?

Ich glaube, ich würde Rappen oder etwas machen, wo ich viel Kraft und Energie reinstecken muss. Irgendetwas Extremes, von mir aus auch Extrem Biker oder Skateboarder. Aber ich denke in erster Linie Musik.

Danke für das offene Gespräch!!!

Falls Tight Eyez jemals eine Rapkarriere starten sollten, werden wir sicherlich darüber berichten. Aber bis dahin keep on dancin, man!!!

Tight Eyez beim Fusion Thug Concept – lächerlich!

flyer-up-to-the-livenessDie Fusion Thug Concept World Tour rollt auf uns zu. Morgen im E4 wird euch Tight Eyez einen kleinen Vorgeschmack geben, was beim Finale der Thug Concept World Tour im September gehen wird. Am Sonntag könnt ihr außerdem im Workshop von den Skills des Erfinder des Krump lernen. Der erste Vorentscheid in Paris am 06.01. hat so gut vorgelegt, dass man gar nicht glauben kann, dass es noch besser wird. Ivan von der Streetdance Connection in Berlin war da und hat uns einen kleinen Recap geschrieben, wie unglaublich beeindruckt er vom Battle war – aber lest selbst: von Ivan Stevanovic Tja, ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll, denn es war ein Event, dass man im Basketball Jargon einfach „lächerlich“ nennen würde. Wie sehr ich versuche, mich an Highlights des gestrigen Abends zu erinnern, jedesmal fällt ein noch besseres ein und noch besser und noch besser, sodass ich heftig lachen muss… Einfach lächerlich zu merken, dass ich völlig überfordert bin, mich an all die krassen Highlights auf einmal zu erinnern! Zu begreifen, wie viele hochqualitative Battles, Innovationen und übertroffene Erwartungen es gab, bedarf es meinem Gehirn noch ein paar Tage, denn ich habe so etwas in meinem Leben noch nicht gesehen. Aber um euch einen Eindruck zu vermitteln, bediene ich mich mal bei unserer Blog-Schreiberin „kiude davie“, die schon am selben Abend etwas in französisch und englisch veröffentlichen konnte: Das „Café de la danse“ im Herzen Paris‘ ist eine Konzertlocation die zum zweiten Mal nach 2012 das Battle „FUSION THUG CONCEPT“ beherbergte. Um 12:30h öffneten wir die Türen für die angemeldeten Tänzer und waren ganz alleine. Als wir dann um 12h mit der Preselection anfingen, war die Hütte gut gefüllt und DJ Pu und Dj Enkiosoul hatten die richtigen Beats. Das Level der Pre war hoch und die kurzen Solos der Zweier-Teams sorgten immer für Stimmung im Publikum.

DIE CLASHES

Dann kamen die Clashes!! Die acht gewählten Teams der Pre kamen jeweils auf die Bühne und traffen auf die acht „Team Guest“, die alle mit Portraitfoto auf großen Stickern auf dem Boden aufgeklebt waren. Also zeigte man mit dem Finger auf das Bild und aus dem dunklen Backstage kamen die Gladiatoren (zumindest bei Tigth Eyez schien es so) auf die Bühne zum Kampf. Im Folgenden die Aufstellung der Clashes plus ein paar Worte:

  1. Wolf & Cyborg vs Tight Eyez & Grichka (W) =600 Gäste haben auf ihn gewartet. Er kam sah und siegte. Wir waren ab sofort in bester Stimmung!
  2. Physs & Paul Ereck vs Ben & Majid(W) =Hier sagt man dazu: Star Wars Battle!
  3. Sam & Taylor (W) vs Theo & T Boogz =Sam war schön anzusehen und Taylor würde mich noch den ganzen Abend begeistern.
  4. Kyrra & Jerem vs Nelson & Kefton (W) =Heavy ist alles, was mir einfällt….
  5. Candyman & Ptit-Lu (W) vs Juanito & Khalil =Die B-Boys wollten’s wissen.
  6. Tiboun & John Smith vs Jimmy & Chakal (W) =Jimmys Freestyle war einfach nur schön anzusehen und Chakal ist einer der heißesten B-Boys, die es zur Zeit gibt.
  7. Franqey & Ness (W) vs Cam’ron & Dibakoro =Popping vs. Dancehall!! Hahaha, was habe ich mich amüsiert. Cam’ron und seine 1 Mio. Youtube-Klicks? Nie von ihm gehört, aber eeeeyyyy, der kann’ne Show liefern und Spaß an sich selbst haben!!!!
  8. Boubou & Nala (W) vs Kapela & Frankwa =ufff einfach nur hamma

Die Videos dazu werden bald alle auf der Ghetto-Styles.com-Seite zu sehen sein..macht euch keine Sorgen.

DIE POOLS

Nach den Clashes waren die Pools dran. Ähnlich wie in der Champions League kamen die Tänzer (die Teams wurden getrennt) in vier verschiedene Pools mit je vier Tänzern im „all battle all“ Modus. Mit der Punkteverteilung: Sieg = 3Pkt, Unentschieden = 1Pkt und Niederlage = 0Pkt. Die besten zwei aus jedem Pool kamen ins Viertelfinale. Einfach nur die Namen zu lesen, als jeder Pool angefangen hat, war schon heftig. Es war, als ob man vier Mal die heftigsten Finalzusammensetzungen von deutschen Battles hätte!! Die Energie zu spüren als Tight Eyez auf die Bühne kam, die Euphorie, die Taylor verursacht hat und/oder die High Level Battles von z.B. Grichka vs Jimmy oder Tight Eyez vs Ness…..lächerlich. Die Viertelfinale… pffff seht lieber selbst! Auch wenn die selbst auf dem Video NIEMALS so sein werden wie LIVE, so sieht man aber doch die tänzerische Lächerlichkeit!! 😉

DAS FINALE

Und das Finale!!! LÄCHERLICH!! Gänsehaut, schreien, hüpfen, Freunde neben mir anstoßen und sich bestätigen lassen, dass man gerade das Gleiche gesehen hat, um dann festzustellen, dass jeder Tänzer noch ein Solo hat (also hat man grade erst 50% vom Finale gesehen!!!!!) Lächerlich!!!!

Das Finalbattle in Paris

Das Finalbattle in Paris

Eigentlich hätte es ein 1vs1-Finale geben müssen, da aber eine Regel des Fusion Thug Concept besagt: Erreichen beide Tänzer eines Teams das Halbfinale, so haben sie das Recht einen direkt ins Finale zu senden. Coole Regel, aber es waren 4Tänzer im Halbfinale, die jeweils mit ihrem Partner da waren!!!! Sowohl Kefton und Nelson, als auch Tight Eyez und Grichka haben es geschafft!! In den drei vorherigen Editionen dieses Konzept-Battles hatte das noch KEIN einziges Team zusammen geschafft!! Und nun gleich zwei!! Lächerlich!! Also entschied sich Kanon, ein 2vs2 zu machen! Es war…ja ihr wisst es schon: lächerlich! Zieht euch die Videos rein, seht selbst und kommt zu den nächsten Vorentscheidungen bzw. dem Finale in Berlin: Dates: Rom (Italien) April, Taipeh (Taiwan) Juni, Las Vegas (USA) und Finale im September in Berlin!!! Danke Ivan für deine Eindrücke und hoffentlich wird es morgen genauso „lächerlich“, denn vor allem fürs Battle gilt: keepondancin!!

L-Cubano mit neuer Single „My Way“

Nicht nur als Tänzer hat der gebürtige Kubaner Talent, sondern auch als Rapper. Nach seiner eigenen Aussage kam die Liebe zur Musik zuerst. Für seine Single „My Way“ die seit heute online ist, hat L-cubano sich natürlich tatkräftige Unterstützung von seinen Jungs aus der Berline Tanz Szene geholt. Mit am Start sind B-Boy Gabriel, Osman Baba Zula, Arman Baba Zula FX, Young T.H. und Rubberlegz. Wir feiern den Song und hoffen ihr feiert mit uns. Guter Sound aus der Muddastadt in dem Sinne alles Gute auf seinem Weg bis dahin keep on dancin!!!

 

DJ Talk – Über die Passion an den Decks mit DJ Fresh

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DJ – Fresh

Keepondancin findet auch außerhalb der Tanzfläche interessante Persönlichkeiten der Szene, die nicht fehlen dürfen.  DJs gehören definitiv dazu und deshalb sprechen wir mit ihnen über ihren Job, die Liebe zur Musik und was es bedeutet, Battle DJ zu sein.

Den ersten Schritt macht Atilla a.k.a DJ Fresh aus Berlin, der schon seit Jahren ein fester Bestandteil der Szene ist. Lest selbst, was dabei rausgekommen ist.

1. Wie bist du zum DJing gekommen?

Winter 2008. Es war im Bett. (haha.) Eines Morgens habe ich im Halbschlaf den Vorabend Revue passieren lassen. Ich war erneut enttäuscht von der Musik, die ich im Club gehört habe und bin deshalb früher nach Hause gegangen. Es hatte mir keinen Spaß gemacht. Dann hatte ich eine Idee: Ich wollte meine eigene Veranstaltung planen und meine eigene Musik spielen, die Musik, die in Berlin verloren gegangen war. Meine Veranstaltung nannte ich dann später 3Aces.

Zur gleichen Zeit war ich als Juror und Zuschauer auf vielen Battles in Berlin unterwegs. Mir fiel auf, dass das Musik-Repertoire der DJs begrenzt war. Außerdem verstanden sie den Ablauf eines Battles nicht, so dass es zu unfairen Situationen kam. DJs, die normalerweise in Clubs auflegten, kannten den Unterschied zwischen den einzelnen Tanzstilen nicht. Jeder Tanzstil hat ja seine eigene Musik. Ich sah auch in dem Bereich in Berlin eine Nische, die gefüllt werden musste. Auflegen habe ich also zeitgleich für Clubs und Battles trainiert.

Als ich in den 90ern gerappt habe, nannte ich mich „Fresh“. „Fresh“ war auch mein Tänzername. Für mich war es dann nur logisch, mich „DJ Fresh“ zu nennen.

2. Was braucht man, um Battle DJ zu werden? Was ist das Besondere an deinem Job? Was ist für dich persönlich das Schwierigste?

Meiner Meinung nach sind die besten Battle-DJs Tänzer. Sie können während der Battles den Körper eines Tänzers lesen und wissen, wann sie die Musik „ausfaden“ können, ohne dass der Tänzer unterbrochen wird. Sie kennen den Ablauf, aber noch viel wichtiger, sie kennen die Musik. Man darf nicht vergessen, welche Macht DJs haben. Sie beeinflussen mit ihrer Musik die Szene. Daher spielen z.B. experimentelle Beats mittlerweile eine wichtige Rolle in der Kategorie Hip Hop. Diese Entwicklung hat man vor allem den DJs zu verdanken, die die Tänzer mit Hilfe ihrer Musik auf das nächste Level pushen.

Das Besondere an meinem Job ist einerseits der Spaß und andererseits die Wirkung. Da es mir so viel Spaß macht, Menschen zum Tanzen bringen, bin ich auch mit ganzem Herzen DJ. Das Feedback, das ich bekomme, beweist mir immer wieder, dass es die richtige Entscheidung war, mich in diese Richtung weiterzuentwickeln.

Etwas Schwieriges fällt mir nicht ein. Ich würde Folgendes eher als Herausforderung bezeichnen: die Suche nach dem nächsten „guten“ Beat oder Song. Es ist immer wieder sehr spannend zu sehen, wie der Tänzer oder das Publikum auf neue Musik reagieren.

3. Für welche Battle-Kategorie legst du am liebsten auf?

Hip Hop, da ich selbst Hip Hop-Tänzer bin. Ich fühle die Musik 100%.

4. An welches Event/Battle erinnerst du dich besonders? Warum?

Funkin Stylez 2009 in Berlin. Ich habe vor der ganzen urbanen Tänzergemeinde Berlins mein Debüt als Battle-DJ gemacht. In den Jahren zuvor saß ich in der Jury. 2009 stand ich dann hinter dem DJ-Pult. Am selben  Abend habe ich auch eine Show mit meiner Crew Artful Motion gezeigt.

Ich werde es nie vergessen, weil ich zum ersten Mal als alleiniger DJ für alle Kategorien die Musik gespielt habe. Das Feedback war überwältigend.

5. Du bist/warst ja auch Tänzer. Welche Styles hast du getanzt/tanzt du?

Als ich die urbane Tanzszene kennenlernte, habe ich alle Stile ausprobiert. Ernsthaft trainiert habe ich vor allem Hip Hop, Popping und House. Mittlerweile tanze und unterrichte ich Hip Hop, weil ich mich da besonders frei fühle. Für mich sind die einzelnen Stile verschiedene Dialekte einer Sprache, diese Sprache ist Teil der Hip Hop-Kultur.

6. Hast du deshalb einen Vorteil gegenüber einem nicht tanzenden DJ?

Der größte Vorteil liegt darin, dass ich die Perspektive eines Tänzers übernehmen kann, d.h. ich kann mich in die Situation eines Tänzers hineinversetzen.

7. Merkst du musikalisch einen Unterschied bei Battles, wenn du 5 oder 10 Jahre zurückdenkst? Was hat sich verändert?

In den letzten 10 Jahren hat sich vor allem die Battle-Kultur sehr verändert, weil es vorher größtenteils nur B-Boy-Battles gab. Jetzt können sich Tänzer aller Stile messen.

Musikalisch gesehen werden die Klassiker nie ganz vergessen, aber es ist trotzdem wichtig, immer fresh zu sein, immer wieder etwas Neues zu spielen. Instrumentals, experimentelle Beats und jede Art von Musik, die z.B. in Kategorien wie „Me against the Music“ gespielt werden, wurden in die Battles mit aufgenommen.

8. Welcher ist aktuell dein Lieblingsbeat/-song?

Mein aktueller Lieblingsbeat ist mit „Dope Track“ in meiner Musik-Bibliothek betitelt 😉

9. Welcher ist dein all-time-favorite Song/Beat?

Ich habe viele all-time-favorite Songs, aber einer, der mir spontan einfällt, ist „Put your hands where my eyes can see“ von Busta Rhymes.

Danke „Fresh“ für die Einblicke in dein DJ-Leben. Keepondancin and spinnin!!!!