Beat Battle – The Downfall?

Endlich stand am 21.01. in Bonn mal ein richtig großes Urban Dance Event an – das Beat Battle The Tournament. Auf Facebook und Youtube wurde von den Organisatoren ordentlich die Werbetrommel gerührt. Tänzer aus allen Ecken in Deutschland hatten richtig Bock drauf und haben sogar selbst Support-Filme für das Battle gedreht und hochgeladen. Leider konnte das Event nicht ganz halten, was es versprach (hier unsere Eventinfo) und viele Beteiligte sind jetzt sogar sauer.

B-Boy Wild Willy (Holland) beim Beat Battle 2012, Quelle: General Anzeiger Bonn Online

Die Location war fett. Im hochmodernen Telekom Dome der Telekom Baskets Bonn haben sich die Tänzer auf einer überdimensionalen Tanzfläche, die eigentlich das Basketballfeld ist, gebattlet. Die „Great 8“ Breakdance Crews waren für die deutschen Herausforderer leider nicht zu knacken und machten das Battle am Ende unter sich aus. Die Top 9 Crew (Russland) gewann gegen Illusion of Exist (Russland/Ukraine). Ansonsten blieben alle Pokale in NRW. Ben hat die Kategorie Hip Hop für sich entschieden, TwoFace gewann Popping und Og in der Kategorie House.

Wir haben TwoFace gesprochen und er hat uns ein guten oder besser gesagt nicht so guten Eindruck vom Battle gegeben: „Das Level der Tänzer war sehr hoch. Es hat Spaß gemacht. Leider war die Halle nur halbvoll und das Publikum war wegen des großen Felds zu weit weg. Später durften dann wenigstens die Tänzer aufs Feld und wir konnten einen Circle bilden. Naja, und Technik und DJ mussten sich gegeneinander ausspielen, damit es laut genug war. Deshalb hat auch der Host ganz schön mit sich gekämpft.“

Damit ihr euch die Location vorstellen könnt, bietet der TV-Beitrag zum 
Beat Battle in der Lokalzeit Bonn im WDR einen guten Einblick
(gleich zu Beginn und ab 14:40).

Diese Probleme haben die Stimmung beim Battle natürlich getrübt. Leider fehlte es bei der Organisation noch an viel grundlegenderen Stellen. TwoFace listet weiter auf: „Es gab für alle, auch für die Teilnehmer, nur Dosengetränke, kein Wasser. Die eigenen Flaschen musste jeder vorher abgeben. Das Essen da war schnell weg. Wir konnten aber auch nicht einfach rein und raus und zum Beispiel etwas zu essen holen, weil der Einlass nicht richtig geregelt war und es nicht für alle Bändchen gab.“ Ihr wisst ja, wie lange große Battles so dauern…
Die Berlinerin Anja war House Judge beim Beat Battle und sollte auch noch einen Workshop am selben Tag geben. Das bedeutet, dass sie von vormittags bis zum Ende des Battles gegen drei Uhr nachts gearbeitet hat. Sie erklärt, wie unzuverlässig Mitorganisator Nader J. war: „Er schuldet mir und noch anderen Tänzern Geld. Zum Beispiel hat er mir einen Flug ohne Gepäck gebucht und ich musste es dann selbst beim Abflug zahlen. P-dog hat er den Flug gar nicht gebucht und andere haben ihren Flug verpasst, weil er sie nicht zum Flughafen gebracht hat wie versprochen. Der hat einfach sein Handy den ganzen Tag aus gehabt und keiner konnte ihn erreichen.“ Beim Battle selbst haben auch die Judges kein Wasser sondern nur Red Bull bekommen. Und als sie endlich eine Pause hatten, war das Essen schon weg. Die Jurymitglieder konnten also nichts mehr essen – untragbar nach einem ganzen Tag mit Workshop und Battle. Ach ja, zum Thema Workshop hatte sie auch noch was zu sagen: „Er hat gesagt, dass die ausgebucht sind. Nur dass keiner da war und wir nicht bezahlt wurden…“

Auch Tänzerin Cleopatra, die das Battle mitorganisierte und moderierte, und P-Dog, der auch judgte und einen Workshop gab, machten bei Facebook ihre negative Meinung deutlich bzw. erzählen die Ereignisse sehr ähnlich wie TwoFace und Anja.

Allgemeine Stellungnahme des Beat Battle Teams

Vor allem, dass die Tänzer ihrem Geld nachlaufen müssen, ist kein Zustand. Ob unter diesen ganzen Umständen die 20% der Einnahmen wie versprochen an krebskranke Kinder gehen, ist ebenso fragwürdig wie die Reaktion des Beat Battle-Teams.
Die Veranstalter haben sich auf ihrer Facebook-Profilseite ebenfalls zum Event geäußert. Montag Abend schrieben sie in einer Art Danksagung: „Zum Schluss wollen wir uns speziell bei allen Jury Mitgliedern, Moderatoren, bedanken, welche teilweise auf ihre Bezahlung verzichtet haben, damit alle Gewinner das Preisgeld erhalten konnten. Dieser Dank geht raus an: Astro, Puzzles, Menno, Sylvana, Golden I-C-H-I, Haydar Cash, DJ Chung, DJ Crash, DJ Jebel, DJ Joseph Wu, Dj Marsoul und Juba Films.“  Von Verzicht kann eigentlich keine Rede sein, aber Anja, Cleopatra und P-Dog, die sich öffentlich beschwert haben, werden ja auch nicht aufgezählt. J. und sein Team legen sogar noch einen drauf. Sie kommentieren neben einer allgemeinen Stellungnahme übers Battle (siehe links) bei Facebook sehr ausführlich den wütenden Status von P-Dog, das Statement von Anja oben und eine private Mail von Cleopatra. Dabei weisen sie alle Anschuldigungen von sich, nennen die drei unter anderem ‚respektlos‘ und bezeichnen sie als Lügner. In der Nacht von Montag zu Dienstag gegen ein Uhr haben sie diese drei Stellungnahmen inklusive Screenshots von den Statusmeldungen und der Mail online gestellt. Dienstag Abend sind sie schon wieder verschwunden. Ein Zeichen von Eingeständnis? Denn es gab bereits andere Tänzer, die die Beiträge kommentiert haben und klarstellen wollten, dass Cleopatra, Anja und P-Dog keine Lügner sind.

Chaotische Zustände in Bonn und auf Facebook – und TwoFace macht deutlich, warum dieser Ausgang des Events besonders schade ist: „Dieses Jahr wollten alle Tänzer in NRW die Battles wieder mehr supporten. Gegen Ende letzten Jahres ist das nämlich ein bisschen eingeschlafen. Und jetzt haben alle das Ding umsonst unterstützt. Das zieht einfach wieder runter!“

Wir bleiben dran und jetzt gilt erst recht: keepitreal and keepondancin!

WAS DANACH GESCHAH: In einem Gespräch mit dem Veranstalter nach Veröffentlichung dieses Artikels haben sich einige Probleme, wie die Organisation der Workshops, als scheinbar pure Missverständnisse herausgestellt. Vor allem weil Veranstalter J. berichtete, dass er per Mail bedroht wurde, haben wir uns entschieden, diesen Artikel wieder vom Blog zu nehmen, um ihn als Privatperson zu schützen. Keepondancin unterstützt Bedrohungen dieser Art in keiner Weise!!

Ein neutralerer Artikel mit den Inhalten dieses Gesprächs sollte folgen. Kurz vor Veröffentlichung haben die Veranstalter aber einen Rückzieher gemacht. Und nach dem Battle Cry (22.09.12) gestern, was auch von J. mitorganisiert wurde, hört man jetzt ähnliche Anschuldigungen…

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Veröffentlicht am 25/01/2012 in News und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Rumors are carried by haters, spread by fools, and accepted by idiots.

  2. Ja da gebe ich H.C. recht und genau deswegen sollte man auch mal die Medien die das ganze so promotet haben aufklären über diese Veranstaltung und die Organisatoren des Beatbattles und denen mal mit Fakten kommen wie hier mit diesem Bericht und nicht mit irgendwelchen aus den Fingern gesogenen Gerüchten und Stellungnahmen die dann paar Tage später wieder aus dem Internet genommen werden!

  3. Hahahahahahahaha, und dieses mal beim Battle Cry genau das gleiche Chaos!

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